Wo Herkunft keine Rolle spielt, sondern Menschen zählen

Wo Herkunft keine Rolle spielt, sondern Menschen zählen

Vladyslava Perevedentseva und Fabian Biastoch

 

Manchmal beginnt ein neuer Lebensweg mit einer bewussten Entscheidung und manchmal mit einem Zufall. Für Vladyslava Perevedentseva, die alle nur Vlada nennen, wurde Magdeburg zu einem solchen Ort.

Geboren in Nikopol, im Osten der Ukraine, studierte sie dort Sprachen und Literatur. Schon früh wollte sie mehr von Europa sehen, die Welt kennenlernen und neue Perspektiven gewinnen. 2018 kam sie erstmals nach Deutschland – als Au-pair in eine Familie nach Frankfurt am Main. Ein Jahr lebte sie im deutschen Alltag, lernte die Sprache noch intensiver und sammelte Erfahrungen, die ihren weiteren Weg prägten.

Zurück in der Ukraine machte die Corona-Pandemie ihre Zukunftspläne schwierig. Über eine Vermittlungsagentur erhielt sie schließlich die Möglichkeit, in Deutschland eine Ausbildung zur Pflegefachfrau zu beginnen. Der vorgeschlagene Ort: Magdeburg.

Diese Entscheidung war für sie ein besonderer Zufall – oder Schicksal. Denn einige Jahre zuvor hatte sie sich ausgerechnet Magdeburg für eine Präsentation an der Universität über deutsche Städte ausgesucht. „Damals konnte ich mir allerdings nicht vorstellen, dass ich diese Stadt jemals besuchen und schon gar nicht dort leben werde“, erinnert sie sich und lacht.

Im September 2020 kommt sie schließlich nach Magdeburg. Die fremde Stadt und der neue Beruf werden schnell zum neuen Lebensweg. „Ich habe mich in die Stadt verliebt“, sagt sie. „Magdeburg ist groß genug, um viele Möglichkeiten zu haben, und gleichzeitig fühlt es sich an wie ein kleines Dorf.“

Diese Mischung aus urbanem Leben und Gelassenheit beeindruckt sie und unterscheidet die Elbestadt von anderen Großstädten: „Hier gibt es so viel Platz, so viel Freiheit und es ist nicht so hektisch und chaotisch.“ Dabei liebt sie vor allem die vielen Grünflächen, die kurzen Wege und das entspannte Miteinander.

Diese Verbundenheit zur Stadt und zu ihrem Arbeitgeber Humanas ist auch der Grund, warum sie nach der Ausbildung hiergeblieben ist. „Ich bin stolz auf meine Stadt und ich fühle mich sehr wohl mit meiner Arbeit“, erzählt sie.

Für Geschäftsführer Fabian Biastoch ist ihre Geschichte dabei weit mehr als ein Beispiel für gelungene Integration. Sie steht für eine Haltung, die bei Humanas selbstverständlich ist: „Seit 20 Jahren sind wir bunt durchmischt, vielfältig und weltoffen.“ Mittlerweile arbeiten rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedenster Nationalitäten an den 25 Standorten Seite an Seite. Für Biastoch ist das kein besonderes Projekt und keine Notwendigkeit aufgrund des Fachkräftemangels, sondern gelebter Alltag.

Diese Offenheit erlebt Vlada von Anfang an. Als sie nach Magdeburg kommt, unterstützen Kolleginnen und Kollegen sie bei den ersten Schritten in der neuen Stadt, helfen beim Einrichten der Wohnung und beim Ankommen. Für Biastoch gehört genau das zu einer Unternehmenskultur, die Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Für Humanas ist Vielfalt Teil der Unternehmensphilosophie – für Vlada ist sie Normalität. Beide zeigen, wie Weltoffenheit und Miteinander ganz selbstverständlich funktionieren und sehen darin eine Stärke der Stadt. „Magdeburg ist internationaler geworden, vielfältiger und offener als noch vor einigen Jahren“, sagt Biastoch. Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen haben dazu beigetragen, junge Leute an die Elbe zu holen. „Es sind viel mehr Menschen aus allen Ecken der Welt hier als früher. Und das ist gut so.“

Wenn Vladyslava Perevedentseva heute von Magdeburg spricht, dann ist es nicht mehr die zufällige Stadt, in die sie einst für eine Ausbildung gekommen ist, sondern ihr Zuhause: „Magdeburg ist die Stadt, die mir eine Chance gegeben hat hierzubleiben und eine Familie zu gründen.“

Für Fabian Biastoch sind solche Lebenswege längst Teil der modernen Stadtgesellschaft, in der Herkunft nicht trennt, sondern Vielfalt als Chance und Bereicherung für alle verstanden wird.