„Magdeburg hat immer offene Türen“
Die musikalische Karriere von Stefano Riva liest sich wie ein harmonisch komponiertes Musikstück. Der italienische Fagottist studiert zunächst als Nachwuchskünstler am Konservatorium Gaetano Donizetti in Bergamo. Anschließend absolviert er sein Masterstudium an der Zürcher Hochschule der Künste und vertieft seine Ausbildung mit einem weiteren Masterabschluss im Orchesterspiel. 2016 spielt er als Fagottist im Orchester der Accademia Teatro alla Scala – einem der renommiertesten Ausbildungsorchester der weltberühmten Mailänder Scala. Im selben Jahr wird er Mitglied des PMF Orchestra beim Pacific Music Festival im japanischen Sapporo. Es folgen Engagements in zahlreichen Ensembles und an bedeutenden Häusern, unter anderem in Bozen, Kuala Lumpur und bei den Tiroler Festspielen. „Ich habe meine Musik immer in die Welt hinausgetragen“, sagt Stefano Riva stolz. Seit der Spielzeit 2021/22 bringt er seine Erfahrung und sein Können in die Magdeburgische Philharmonie ein. Als stellvertretender Solo-Fagottist steht er regelmäßig auf der Bühne – und glänzt beim Weihnachtskonzert 2025 im Theater Magdeburg erstmals auch als Solist.
Wenn Stefano Riva über die vergangenen Jahre spricht, fällt immer wieder ein Name: Magdeburg. „Das ist meine Stadt, hier bin ich mit meiner Familie angekommen. Hier werde ich von allen Kollegen wertgeschätzt“, sagt er und fügt hinzu: „Spielen kann ich überall, doch was ich in Magdeburg habe, ist nicht zu ersetzen.“
Dabei beginnt seine persönliche Magdeburg-Geschichte zunächst eher unspektakulär. Der Musiker stellt sich während der Corona-Pandemie vor, als der Kulturbetrieb weitgehend stillstand. Dennoch hat er schon damals das Gefühl, dass die Ottostadt zu ihm passen könnte: „Magdeburg hat große Arme und ich wurde immer umarmt. So ist es einfach, sich zu Hause zu fühlen.“ Was ihn von Anfang an fasziniert, ist „der Kultur-Durst der Menschen hier“, sagt Stefano Riva. „Das Magdeburger Publikum ist voller Neugier und sehr euphorisch.“ Gleichzeitig nimmt er die internationale Prägung des Ensembles wahr und schätzt die vielen Grünflächen der Stadt.
Auch aus diesen Gründen ist er schon früh davon überzeugt, dass sich auch seine Frau hier wohlfühlen würde. Die kleine Familie zieht an die Elbe. Als Hotelfachfrau findet seine Frau schnell eine „sehr gute Stelle“, wie er erzählt. Und auch für ihn entwickelt sich die neue Heimat beruflich zu einem Glücksfall. Die Arbeit am Theater Magdeburg beschreibt Stefano Riva als außergewöhnlich vielseitig: „Von Oper bis zum Musical ist alles dabei. Das habe ich vorher so noch nie erlebt.“ Ein weiterer Aspekt, den er besonders schätzt: „Wir spielen auf einem sehr hohen Niveau.“
Wenn Stefano Riva nicht auf der Bühne oder im Probenraum steht, ist er oft mit dem Fahrrad unterwegs. Die vielen Grünflächen begeistern ihn auch nach fünf Jahren noch. „Ich bekomme davon nicht genug“, sagt er und lacht. Eine weitere Leidenschaft pflegt er zu Hause: das Kochen. Gern verwöhnt er Familie, Freunde und Bekannte mit selbst zubereiteten Gerichten. Über den Sport und die Musik hat er zudem schnell Anschluss gefunden. „Ich habe die Menschen in Magdeburg immer als sehr offen erlebt“, sagt er. Rückblickend lautet sein Fazit: „Hier anzukommen, war viel einfacher, als ich es mir je vorgestellt hatte.“
Stefano Riva ist unverkennbar ein lebensfroher Mensch. Wenn er davon spricht, Weltoffenheit in Magdeburg zu erleben, wirkt das vollkommen glaubwürdig. „Wenn ich mich nicht verschließe, tun das die meisten anderen auch nicht“, sagt er. Und mit Blick auf seine Wahlheimat ergänzt er: „Magdeburg hat immer offene Türen. Man muss einfach nur durchgehen um anzukommen.“