Offenheit als gelebte Haltung und Teil der eigenen DNA
Offenheit als gelebte Haltung und Teil der eigenen DNA
Prof. Dr. Rahim Hajji
Prof. Dr. Rahim Hajji ist jemand, der Brücken baut – zwischen Kulturen, zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und zwischen Vergangenheit und Zukunft. Seit 2013 lehrt und forscht er an der Hochschule Magdeburg-Stendal im Bereich Gesundheits- und Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Forschungsmethoden.
Doch seine Geschichte beginnt weit vor den Stadtgrenzen Magdeburgs: Geboren in Dortmund, aufgewachsen in Bonn, führte Rahim Hajjis beruflicher Weg über das Wissenschaftszentrum Berlin und den Sachverständigenrat für Integration und Migration nach Magdeburg.
Als Sohn einer marokkanischen Gastarbeiterfamilie kennt Rahim Hajji die Bedeutung von Offenheit aus eigener Erfahrung. „Dienstleistungsorientiert zu sein, sich anzupassen, offen auf Menschen zuzugehen – das ist mir in die DNA gegeben“, erzählt er. Diese Haltung prägt auch seine Arbeit als Professor und seinen Blick auf die Stadt.
Daher war es für ihn auch nie eine Frage, ob er hier ankommen würde: „Ich habe mich in Magdeburg verliebt, bevor ich selbst in der Stadt war.“
Heute, mehr als ein Jahrzehnt später, ist aus dieser ersten Überzeugung eine tiefe Verbundenheit geworden: „Definitiv bin ich hier zu Hause.“ Darüber hinaus ist seine Entscheidung für Magdeburg eine echte Erfolgsgeschichte – für ihn, für die Hochschule und für eine Stadt, die immer internationaler wird.
Als Professor für Forschungsmethoden beschäftigt sich Rahim Hajji mit Themen wie Migration, Demokratie, Gesundheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt – Themen, die in einer sich wandelnden Gesellschaft immer wichtiger werden und die auch Magdeburg bewegen. Die Entwicklung der Stadt erlebt er dabei hautnah: von einer vergleichsweise homogenen Struktur hin zu mehr Vielfalt und Internationalität. „Die Stadt ist definitiv bunter geworden“, sagt er.
Als er seine erste Vorlesung hielt, blickten ihm die Studierenden neugierig entgegen. Viele kannten nur seinen Namen. „Sie fragten sich: Werden wir ihn verstehen? Spricht er in ganzen Sätzen, klares Deutsch?“, erinnert er sich schmunzelnd. Die Überraschung war groß und bald wich die Skepsis dem Interesse.
Heute ist sein Hörsaal Teil eines lebendigen, internationalen Campus. Denn die Hochschule Magdeburg-Stendal hat sich stark verändert. Während der Anteil internationaler Studierender früher noch sehr gering war, kommen heute junge Menschen aus der ganzen Welt zum Studium nach Magdeburg. Für Rahim Hajji ist das ein Gewinn: „Die Welt, in der wir leben, ist durch Vielfalt geprägt. Es tut uns gut, im Austausch zu sein und neue Ideen zu bekommen.“
Die Hochschule ist dabei für ihn ein Motor dieser Entwicklung, denn der internationale Austausch wirkt weit darüber hinaus. Wenn Studierende aus aller Welt in Magdeburg lernen, forschen und arbeiten, entstehen neue Impulse für Wirtschaft, Gesellschaft und Innovation. Sie prägen dabei nicht nur den Campus, sondern bringen neue Perspektiven mit und tragen ihr Wissen weiter. „Gerade in einer alternden Region ist das entscheidend“, sagt Hajji. Für ihn ist klar: Weltoffenheit ist kein Zusatz, sondern Voraussetzung für Zukunftsfähigkeit!
Dabei denkt er Integration immer in beide Richtungen: als Chance für die Menschen, die nach Magdeburg kommen und als Gewinn für die Stadt selbst. Sein Fazit ist klar: Magdeburg bietet Raum für Entwicklung – für Menschen, Ideen und Begegnungen. Entscheidend sei, diese Chancen zu nutzen. Oder, wie er es formuliert: „Wir müssen offen sein für den kulturellen Reichtum“, denn Offenheit ist der Schlüssel zur Zukunft. Für Prof. Dr. Rahim Hajji ist Magdeburg längst mehr als ein Arbeitsort. Es ist ein Ort gelebter Weltoffenheit, an dem Vielfalt nicht nur sichtbar wird, sondern spürbar unsere Zukunft gestaltet.