„Magdeburg wird immer in meinem Herzen bleiben“
„Magdeburg wird immer in meinem Herzen bleiben“
Christian O‘Sullivan
Es gibt Momente im Leben, die brennen sich so tief ins Gedächtnis ein, dass sie unvergesslich werden. Am Abend des 3. Juni 2026 gab es so einen Moment für den Profihandballer Christian O’Sullivan. Zu den Klängen von Frank Sinatras „My Way“ wird sein Trikot mit der Rückennummer 24 unter dem tosenden Applaus der Fans und im Blitzlichtgewitter der Fotografen unter die Decke der GETEC-Arena gezogen – für den gebürtigen Norweger der symbolische Einzug in die „Hall of Fame“ des SC Magdeburg.
Mehr als zehn Jahre prägte „Sulli“, wie er von allen genannt wird, Mannschaft und Spiel des Handball-Bundesligisten, für den der linke Rückraumspieler zu einer Identifikationsfigur wird. Als Kapitän führte er den SCM zuletzt zu nationalen und internationalen Erfolgen und machte das Team um Trainer Bennet Wiegert zum besten Team der Welt. Dass Magdeburg über ein Jahrzehnt Arbeits- und Lebensmittelpunkt von Christian O’Sullivan war, ist nach dessen eigener Aussage „im Sport gar nicht normal.“ Doch die sachsen-anhaltische Landeshauptstadt hat es ihm und seiner Familie leichtgemacht. „Es ist eine besondere Stadt. Ich bin auch so lange hiergeblieben, weil sich meine Frau und meine beiden Kinder hier so wohlgefühlt haben.“ Und schon allein die Tatsache, dass Magdeburg die Geburtsstadt des O’Sullivan-Nachwuchses ist, verbindet für immer. „Die beiden besuchen eine trilinguale Kita mit Kindern aus aller Welt.“
Im Sommer 2016 kommt „Sulli“ aus Schweden nach Magdeburg und unterschreibt beim SCM seinen Vertrag. Er wird mit Wachs an den Händen groß, denn sowohl seine Eltern als auch die große Schwester gehen mit Leidenschaft diesem Mannschaftssport nach. „Als kleiner Junge war ich erst total fußballbegeistert“, erinnert er sich mit einem Schmunzeln. „Aber ich war so oft mit in der Halle, dass ich irgendwann auch Handball probieren wollte.“ Seine Anfänge in der Elbestadt sind geprägt von einer großen Sprachbarriere, die er mit Sprachkursen und viel Ehrgeiz Stück für Stück abbaut. „Das ging ganz gut, denn die norwegische Sprache ist der deutschen ganz ähnlich“, erzählt der 206-malige norwegische Nationalspieler. Von der ersten Minute an habe er in Magdeburg und der Mannschaft „riesengroßes Potenzial“ gesehen, sagt er. „Ich bin Stück für Stück reingekommen und dann habe ich es einfach nur noch genossen.“ Dass sowohl die Stadt als auch die Menschen hier wie eine Wand hinter den Handballern des SCM stehen, ist nach Überzeugung von Christian O’Sullivan einmalig. „Die Fans waren immer da, auch in schlechten Zeiten, wenn wir nicht gewonnen haben.“
Magdeburg ist ihm und seiner Familie ans Herz gewachsen. Die O’Sullivans schätzen ihre ruhige, familiäre Wohnumgebung und die tolle Nachbarschaft, die immer auch eine große Unterstützung in allen Lebenslagen ist. Dass Magdeburg mit so vielen Parkanlagen und so viel Naturnähe aufwarten kann, war für alle immer wichtig – auch für den Familienhund. „Das hat man nicht oft in größeren Städten“, sagt der begeisterte Golfer, der in seiner knappen Profifreizeit gern ein paar Bälle auf dem Golfplatz im Herrenkrug geschlagen hat. „Du musst einfach auch mal raus aus der Halle.“
Sein tränenreicher, emotionaler Abschied aus einem der besten Vereine der Welt war der Abgang einer Legende. Aufhören, wenn es am schönsten ist – dieses deutsche Sprichwort gilt auch für den Norweger. „Magdeburg wird immer in meinem Herzen bleiben. Diese Stadt bedeutet so viel für mich.“