Ein Leben für Gemeinschaft und Lebensfreude
Wenn Bhupinder Singh über Magdeburg spricht, beginnt er zu lächeln. „Ich liebe Magdeburg, ich liebe die Atmosphäre hier“, sagt er und man spürt, dass dies keine Floskel ist. Seit fast drei Jahrzehnten lebt der gebürtige Inder in der Landeshauptstadt, betreibt Restaurants, begeistert hunderttausende Menschen auf Social Media und hat mit dem Hotel und Restaurant „Das Elb“ einen Ort geschaffen, an dem Essen, Musik, Begegnung und Lebensfreude zusammenkommen. Dabei ist Bhupinder Singh längst mehr als nur Gastronom – er ist Gastgeber, Entertainer, Brückenbauer und für viele ein Gesicht des weltoffenen Magdeburgs.
Geboren wurde Singh im Norden Indiens, nahe der Grenze zu Pakistan. Schon früh wollte er etwas aufbauen. „Als junger Bengel, 16 Jahre, hatte ich immer Pläne“, erzählt er. In Indien gründete er eine Immobilienfirma und wurde damit erfolgreich. Parallel war er als Sänger auf Bühnen in Frankreich unterwegs. Sein Leben war damals „voller Reichtum“.
Als er im Sommer 1998 nach Magdeburg kommt, ändert sich alles. Eigentlich will er nur Verwandte besuchen und kein neues Leben beginnen. Doch Magdeburg lässt ihn nicht mehr los. Die ersten Jahre sind hart. „Ich wurde ins kalte Wasser geschmissen“, erinnert er sich lachend. Singh arbeitet im Reisegewerbe, verkauft auf Märkten, jobbt nebenbei in Küchen und entdeckt seine Leidenschaft für die Gastronomie. Später zieht es ihn für eine Kochausbildung nach Bayern. Dort wird aus dem „Lehrling Singh“ innerhalb kürzester Zeit „Meister Singh“, denn er überzeugt mit Teamgeist und unbändigem Willen. Diese Haltung prägt ihn bis heute: Nicht aufgeben, sondern machen – und dabei Menschen zusammenbringen.
2010 eröffnet Bhupinder Singh sein erstes eigenes Restaurant in Schönebeck, später folgen weitere Lokale in Magdeburg. 2021 kommt schließlich „Das Elb“ im Stadtpark hinzu – direkt an der Elbe, mitten im Grünen. Für ihn ist dieser Ort mehr als ein Geschäft, es ist ein Zuhause. „Das ist mein Endgleis“, ist er sich sicher.
Wer ihn erlebt, versteht schnell, warum sein Restaurant so viele Menschen anzieht. Er singt für seine Gäste, tanzt, organisiert Feuershows, zieht Polonaisen durchs Restaurant und macht Geburtstage zu Gemeinschaftserlebnissen. Seine Videos erreichen auf TikTok Millionen Menschen. Es kommen Gäste aus der ganzen Welt nach Magdeburg – auch seinetwegen. „Die kommen nicht nur wegen des Essens“, freut er sich. „Die wollen etwas erleben.“
Genau darin sieht er seine Aufgabe: Menschen zusammenzubringen. „Wenn die Leute hier reinkommen, sollen sie alles draußen vergessen – politische Meinungen, Hautfarbe oder Nationalität. Hier sollen sie einfach gemeinsam feiern.“
Dieses Miteinander lebt Singh auch privat. Seine Frau stammt aus dem Kosovo, seine Kinder sind in Magdeburg geboren. „Deutsch, indisch, albanisch – das macht uns stark“, ist er überzeugt.
Auch deshalb versteht er Weltoffenheit nicht als politisches Schlagwort, sondern als Haltung im Alltag. Zuhören, offen sein, gemeinsam etwas schaffen – das sind seine Maxime. Er engagiert sich für die indische Community in Magdeburg, unterstützt Studierende und wirbt auf seinen Plattformen immer wieder für die Stadt. Dafür wurde er sogar schon vom Ministerpräsidenten ausgezeichnet.
„Ich bin Magdeburger“, sagt er voller Stolz. Er hat die Entwicklung der Stadt über Jahrzehnte miterlebt: neue Gebäude, modernisierte Straßen, mehr Gäste aus aller Welt, ein anderes Lebensgefühl. „Die Augen, die betrachten, sehen alle etwas anderes.“ Er selbst sieht vor allem die positiven Dinge und Chancen. Besonders schätzt er die Ruhe und Nähe zur Natur: „Hier an der Elbe, das ist wunderschön.“ Bhupinder Singh will, dass sich die Menschen Zeit nehmen füreinander und Verbindungen schaffen – genau das macht ihn zu dem besonderen Botschafter für Magdeburg und das Lebensgefühl dieser Stadt. Formularbeginn