Computerwissen als Bildungschance für alle

Computerwissen als Bildungschance für alle

Alexander Kashetsky

 

Wenn Alexander Kashetsky über seine Coding School spricht, merkt man sofort: Hier geht es um weit mehr als Computer. Es geht um Bildung, um Chancen und darum, Kindern Türen zu öffnen, egal wo sie herkommen und welchen Bildungshintergrund sie haben. Mit seinen Angeboten vermittelt er jungen Menschen, wie digitale Technologien funktionieren – praxisnah, kreativ und vor allem mit Begeisterung. „Ich finde es wunderschön zu sehen, wie Kinder sich entwickeln“, erzählt er. „Viele saßen hier das erste Mal vor einem Computer. Und nach ein, zwei Jahren sieht man, welche Fortschritte sie gemacht haben.“

Geboren in Kasachstan, kam Alexander Kashetsky 2001 als Zehnjähriger mit seiner Mutter nach Deutschland. Als Spätaussiedler begann für ihn in Magdeburg ein neues Leben – mit einer neuen Sprache und in einer zunächst fremden Umgebung. „Ich bin hergekommen und konnte nur zwei Worte: Gute Nacht“, erinnert er sich und lächelt. Der Anfang war nicht immer leicht, doch er hat seinen Weg gefunden und sich Schritt für Schritt eine Zukunft aufgebaut.

Heute ist Magdeburg für ihn Heimat. „Ich fühle mich deutsch. Ich denke deutsch“, sagt er. Dass er sogar als Soldat für Deutschland gedient hat, war für ihn völlig normal: „Ich lebe in diesem Land und ich identifiziere mich damit.“ Diese Haltung prägt auch seinen Blick auf Integration. So ist er überzeugt, dass diese am besten dort gelingt, wo Menschen einander offen begegnen.

Nach seiner Ausbildung zum Fachinformatiker sowie beruflichen Stationen in Berlin und Wolfsburg kehrte er nach Magdeburg zurück. Hier erkannte er eine Lücke und damit seine Chance. Es fehlte ein Angebot, das Kinder frühzeitig und systematisch an Informatik heranführt. Genau diese Lücke schließt er heute mit seiner Coding School.

Sein Ziel ist dabei klar – digitale Bildung soll für alle zugänglich sein: „Das ist Basiswissen, das jedes Kind haben sollte.“ Programmieren, Präsentationen erstellen, digitale Werkzeuge sicher nutzen, das alles sind Kompetenzen, die in einer modernen Welt unverzichtbar sind. Deshalb möchte er seine Kurse künftig auch verstärkt direkt in den Schulen anbieten, damit „nicht nur die Kinder, deren Eltern sich das leisten können, davon profitieren“.

Dieses Bedürfnis nach gleichen Chancen für alle hat den Ursprung in seiner eigen Geschichte. „Der Migrationshintergrund bleibt immer“, ist er überzeugt. Aber das muss kein Nachteil sein, sondern eröffnet auch andere Perspektiven. Besonders beeindruckt ihn, wie selbstverständlich junge Menschen heute Vielfalt leben: „Kinder sind viel weltoffener geworden. Ihnen ist egal, wo jemand herkommt oder woran er glaubt.“ In seinen Kursen arbeiten Kinder unterschiedlichster Herkunft zusammen und genau darin sieht er eine große Stärke. Offenheit und Neugier sind die besten Voraussetzungen, um gemeinsam zu lernen und zu wachsen.

Auch Magdeburg hat sich aus seiner Sicht positiv entwickelt. „Die Stadt ist moderner geworden, ohne ihren besonderen Charakter und das viele Grün zu verlieren“, sagt er. Diese Mischung aus urbanem Leben, Natur und bezahlbarem Wohnraum macht sie aus seiner Sicht besonders attraktiv für Familien und junge Menschen.

Sich hier zu engagieren, ist Alexander Kashetsky ein Bedürfnis. Daher ist sein berufliches Engagement auch weit mehr als ein Geschäftsmodell: „Ich ermögliche Bildung – für die Kinder und damit für unsere Zukunft.“ Denn gut ausgebildete junge Menschen sind für ihn ein Schlüssel zur Entwicklung der Stadt. „Je mehr kluge Köpfe wir hier haben, desto mehr Ideen entstehen und desto stärker wird Magdeburg.“

Seine Vision ist klar: Eine Stadt, in der jedes Kind die Chance hat, digitale Kompetenzen zu entwickeln – unabhängig von Herkunft oder Einkommen. Eine Stadt, die Talente fördert und Vielfalt als Stärke begreift. Genau darin liegt für ihn die Zukunft eines weltoffenen Magdeburgs.