„Magdeburg wird jeden Tag internationaler“
Als seine Eltern sich entschließen, die serbische Hauptstadt Belgrad aus Angst vor dem Krieg zu verlassen, ist Robert Zeca gerade einmal zweieinhalb Jahre alt. Für die Familie wird die Flucht im Jahr 1999 zur Chance für einen Neuanfang, der „im Westen“ seinen Anfang nimmt. Weil Angehörige dort bereits sesshaft geworden sind, „stranden“ die Zecas zunächst bei ihnen, um sich kurze Zeit später in der sachsen-anhaltischen Zentralen Ablaufstelle für Asylbewerber in Halberstadt einzufinden und dort die üblichen wie nötigen Verfahren zu durchlaufen. „Im Jahr 2000 sind wir dann in Magdeburg angekommen“, blickt Robert Zeca zurück, der in der Sparkasse MagdeBurg Gewerbekunden betreut und Mitglied des Verwaltungsrats ist. „Das ist mehr als ein Viertel Jahrhundert her und Magdeburg ist definitiv meine Heimat. Über etwas Anderes denke ich gar nicht nach. Mich bekommt man nicht raus aus Magdeburg.“
Der 1997 in Belgrad geborene Robert Zeca wächst in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts auf, geht hier zur Schule, absolviert eine Ausbildung bei der hiesigen Sparkasse und baut sich einen Freundeskreis auf. Für sein Umfeld, so sagt er, habe es nie eine Rolle gespielt, dass er kein Gebürtiger ist, sondern aus Serbien stammt. „Anfang der 2000er-Jahre steckte das Thema Integration noch in den Kinderschuhen“, sagt der Familienvater. „Zumindest im Vergleich zu dem, wie wir es heute erleben.“ Zeca nennt ein Beispiel: „Meine Eltern konnten damals keinen Sprachkurs machen, obwohl sie wollten. Heute ist das zu Recht gewünscht und wird unterstützt. In Sachen Integration hat sich einfach viel getan.“ Den Zecas ist es gelungen, erfolgreich Fuß zu fassen und Teil der Gesellschaft und Gemeinschaft zu werden. „Meine jüngere Schwester ist in Magdeburg geboren und meine Eltern arbeiten heute Vollzeit. Für sie und für mich ist eine Rückkehr nach Serbien völlig ausgeschlossen, das haben wir schon öfters thematisiert. Aber meine Schwester lebt und arbeitet inzwischen der Liebe wegen in Stuttgart.“
Von der zunehmenden kulturellen und ethnischen Vielfalt in Magdeburg bekommt Robert Zeca auch als Gewerbekundenberater bei der Sparkasse MagdeBurg viel mit, denn Multikulturalismus ist auch unter Gewerbetreibenden längst ein Fakt. „Wer selbstständig ist, macht eine anspruchsvolle Zeit durch“, sagt Zeca, der seit Anfang 2023 auch fachlicher Prüfer bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Magdeburg ist. „Ich sage, dass sich das Blatt seit Ende der Corona-Pandemie gewendet hat. Dinge wie Homeoffice und Work-Life Balance sind plötzlich allgegenwärtig, so wie der Fachkräftemangel übrigens auch.“ Wirtschaftlich herrsche seiner Überzeugung nach eher Stagnation, was Robert Zeca nicht negativ meint. „Es bedeutet Gradlinigkeit und Aussicht auf noch nicht ausgeschöpfte Fähigkeiten und Möglichkeiten.“
Seine Zukunft sieht Robert Zeca, der auch Kuratoriumsmitglied der Stiftung „Jugendarbeit in der Stadt Magdeburg“ der Sparkasse MagdeBurg ist, ganz klar in der sachsen-anhaltischen Domstadt. Bei seinem Arbeitgeber will er die ihm angebotene Karriereleiter weiter hinaufsteigen, ohne sich auf einen festen Weg zu versteifen. Den Ausgleich zum Job findet er bei seiner Ehefrau und der kleinen Tochter. „Es gibt in Magdeburg einfach unglaublich viele Angebote für junge Familien. Man kann die Freizeit ganz wunderbar vielseitig gestalten. Das schätzen wir sehr. Und was ich gut finden: Magdeburg wird jeden Tag noch internationaler.“