Die Achse China-Frankreich-Magdeburg
Prof. Dr. Georg Bouché ist ein Kosmopolit. In seinem bisherigen Leben hat er überall ein Stück Heimat gefunden, etwa in den USA, Irland, Polen, England und Spanien. Allen neuen Kulturen ist der Geschäftsführer des Europäischen Bildungswerks für Beruf und Gesellschaft gGmbH (EBG) stets mit Neugier und niemals mit Vorurteilen begegnet. Georg Bouché schätzt Offenheit, Respekt, Toleranz und die kulinarische Vielfalt jener Länder, in denen er zumindest für kurze Zeit Wurzeln geschlagen hat. Seit 2025 heißt seine Heimat Magdeburg. „Ich war nie zuvor in dieser Stadt, im Januar 2025 tatsächlich das erste Mal“, erzählt er. Angetan und durchaus beeindruckt sei er von Magdeburg gewesen. „Der Domplatz und die Hegelstraße haben mir sofort richtig gut gefallen. Ich mag es, wie sich die Innenstadt an der Elbe entlangstreckt.“
Welch ein Glück, dass er seit Oktober 2025 aus seinem Büro direkt auf Magdeburgs innenstädtische Prachtstraße blicken darf, in der auch die Staatskanzlei beheimatet ist. Von der Hegelstraße aus lenkt Georg Bouché die Geschicke des in globalen Bildungsnetzwerken fest verwurzelten EBG, dass es seit 1990 gibt. Es unterhält in Deutschland mehr als 30 Bildungszentren und beschäftigt rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In der Slowakei betreibt der Dachverband EBG e. V. 14 Standorte. Prof. Dr. Bernhard Beckmann, der Gründer der EBG gGmbH ist dort der Geschäftsführer. In den Fach- und Berufsfachschulzentren werden Ausbildungen zu staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erziehern und in nichtärztlichen Heil- und Pflegeberufen angeboten. In Kooperation mit der Steinbeis-Hochschule Magdeburg bietet das Steinbeis-Transfer-Institut des EBG akademische Qualifizierungen für pädagogisch Tätige an. Im Studienkolleg werden ausländische Jugendliche und Erwachsene auf ein Studium in Deutschland vorbereitet, zudem ist das EBG Träger von Kindertagesstätten und Horten.
Georg Bouché kommt 1978 in Stuttgart in Baden-Württemberg zur Welt. Schon früh keimt in ihm eine schier unstillbare Gier nach fremden Kulturen, den dortigen Menschen und deren Lebensgewohnheiten. „Ich bin als Teenager in den Hoch-Zeiten von Hip-Hop und Basketball für ein Highschool-Jahr in den USA gegangen“, erinnert er sich zurück. Nach der Rückkehr nach Stuttgart steht erst einmal das Abitur an, danach beginnt für Georg Bouché eine Reise, die vorerst in Sachsen-Anhalts Metropole ein Ende gefunden hat. Zwischen Gymnasium und Studium an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) geht er nach Irland, um dort mit Menschen mit Behinderungen zu leben und zu arbeiten – eine erfahrungsreiche und erfüllende Zeit, wie er sagt.
In Frankfurt (Oder) studiert er Internationale Betriebswirtschaftslehre und genießt das multikulturelle Flair der renommierten Viadrina in vollen Zügen. „Gelebt habe ich währenddessen auch anderthalb Jahre in Polen. Meinen Master habe ich dann in England und Spanien gemacht.“ Die Promotion ebenfalls in England. Bis heute ist der Kosmopolit und weltoffene Tausendsassa als Honorarkonsul der Republik Gambia für Baden-Württemberg und Bayern zuständig. Er unterstützt als solcher bei administrativen Fragen und fördert vor allem bilaterale Beziehungen. „Gemeinsam mit Partnern habe ich in Gambia 14 Vorschulen eröffnet.“
In seinem ersten halben Jahr in Magdeburg hat er sich vor allem „mit Menschen aus aller Herren Länder“ vernetzt und anfangs sogar in einem Studentenwohnheim gewohnt. „Ich genieße auch hier die Vielfalt und Gastfreundlichkeit“, bekräftigt Georg Bouché, dessen Ehefrau aus Vietnam stammt. Gemeinsam finden sie einen Wohnraum, der deutschlandweit seinesgleichen sucht: im Magdeburger Hundertwasserhaus. „Wir wollten eigentlich auf den Alten Markt ziehen, dann ist es Magdeburgs schönstes Haus geworden.“ Georg Bouché sagt, er hat bisher nie daran gedacht, wieder wegzugehen. „Ich fühle mich hier sehr wohl. Ich habe keinen einzigen Moment bereut und kann sagen: Da kommt noch viel auf mich zu.“