Sprache baut Brücken zwischen Menschen und Kulturen

Sprache baut Brücken zwischen Menschen und Kulturen

Heike Ehle und Mark Saville

 

Wer die Berlitz Sprachschule in Magdeburg betritt, spürt schnell: Hier geht es um mehr als Grammatik und Vokabeln. Hier geht es um Begegnung, um Austausch und um die Überzeugung, dass Sprache Menschen miteinander verbindet. Seit über drei Jahrzehnten prägt die Leiterin Heike Ehle diesen Ort – gemeinsam mit einem internationalen Team, zu dem auch der gebürtige Engländer Mark Saville gehört.

Die Geschichte von Berlitz selbst ist bereits ein Symbol für Weltoffenheit. Das Unternehmen wurde 1878 in den USA von einem deutschen Auswanderer gegründet. Seine Idee: Eine Fremdsprache direkt und authentisch von Muttersprachlern zu lernen. Diese Methode prägt die Schule bis heute – in den rund 350 Niederlassungen weltweit und seit 1993 auch in Magdeburg.

Heike Ehle kam 1994 zur Berlitz Sprachschule und hat miterlebt, wie sich nicht nur das Unternehmen, sondern auch ihre Stadt seitdem verändert haben. „Ich bin Magdeburgerin und durfte diesen Wandel über die Jahrzehnte hinweg miterleben“, sagt sie. „Aus der damals - eher farblosen Stadt ist eine moderne City geworden, die bunt ist und offen“, freut sie sich.

In der Sprachschule spiegelt sich diese Veränderung besonders deutlich wider. In den Anfängen war es schwierig, geeignete Lehrkräfte zu finden und diese in die Stadt zu holen. Heute arbeiten hier Mitarbeitende aus vielen Teilen der Welt zusammen. „Wir haben derzeit 20 Kolleginnen und Kollegen aus zehn Nationen“, erzählt Ehle. Für sie ist diese Vielfalt keine Herausforderung, sondern eine Stärke: „Das ist für uns nicht nur eine Ressource, sondern eine absolute Bereicherung.“ Die Schule ist mittlerweile aber viel mehr als ein Ort zum Sprachenlernen. Neben Englisch-, Deutsch- oder Businesskursen spielen Integrations- und Jobcoachings eine wichtige Rolle. Besonders Menschen, die neu in Deutschland sind, finden hier Unterstützung. „Integration beginnt über Sprache“, betont Ehle. Egal ob auf der Suche nach Arbeit, Kontakten in der Nachbarschaft oder bei Freizeitaktivitäten – es ist viel einfacher, wenn man die Sprache des Landes spricht.

Einer, der diesen Weg selbst gegangen ist, ist Mark Saville. Der Engländer kam 2013 wegen der Liebe nach Magdeburg. Heute ist er pädagogischer Leiter der Schule und hat in der Elbestadt längst eine neue Heimat gefunden. „Magdeburg ist sehr schön, ich liebe die Elbe, die Parks und meinen Kiez. Deswegen bleibe ich auch hier“, sagt er. Die Stadt hat dabei für ihn genau die richtige Größe und passende Mischung an Leuten.

Im Unterricht begegnet er täglich Menschen aus unterschiedlichsten Lebenssituationen. Viele möchten ihre beruflichen Chancen verbessern, andere einfach neue Kulturen kennenlernen. Für Saville ist das immer auch eine persönliche Bereicherung. „Ich habe so viel über Deutschland und die Kultur hier gelernt“, erzählt er. Dabei entstehen nicht selten auch Freundschaften. Sein Freundeskreis ist heute eine Mischung aus Zugezogenen und Einheimischen. „Das war für mich immer einfach, weil viele die gleichen Erfahrungen gemacht haben – aus einem anderen Land hierher umzuziehen.“

Auch im Team der Sprachschule zeigt sich, wie internationale Zusammenarbeit funktionieren kann. Für Heike Ehle ist Mark Saville dabei ein wichtiger Teil. „Ich könnte mir keine bessere Zusammenarbeit wünschen“, sagt sie. „Er ist ein unheimlich sympathischer, geduldiger und verständnisvoller Mensch, der es versteht, empathisch mit den Bedürfnissen seiner Teilnehmenden umzugehen.“

Gemeinsam mit ihrem Team leisten beide täglich einen Beitrag dafür, dass Menschen sich verstehen – sprachlich und kulturell. Sprache bedeutet dabei auch Teilhabe, sind sie sich einig. Denn wenn man die Sprache eines Landes beherrscht, findet man einfacher seinen Platz in der Gesellschaft. Hier in der Berlitz Sprachschule beginnt Weltoffenheit ganz praktisch – mit einem Gespräch, einem neuen Wort und der Bereitschaft, einander zu verstehen.