62 Nationen unter einem Dach
Willi Lamp, Geschäftsführer
Ioannis Valikeserlis, Assistenzarzt
Foued Hajji, Krankenpfleger
vom Klinikum Magdeburg gGmbH
Einen Dolmetscher, sagt Willi Lamp, brauche man im Alltagsgeschäft des Städtischen Klinikums Olvenstedt so gut wie gar nicht. „Unter unserem Krankenhausdach arbeiten 62 Nationen“, sagt der Geschäftsführer der Klinikum Magdeburg gGmbH. „Insgesamt zählen wir rund 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es ist im Grunde immer einer da, der übersetzen kann. Wir verstehen hier nahezu jeden Patienten.“ Willi Lamp ist auf verschiedene Arten froh über den „Input aus dem Ausland“. „Diese Fachkräfte bringen einen großen Erfahrungsschatz mit. Das ist sehr befruchtend.“ Das Onboarding dürfte von behördlicher Seite gern etwas schneller gehen, aber das etwa die Ärzteschaft von vielen Medizinerinnen und Medizinern aus anderen Ländern bereichert wird, steigert Lamp zufolge „auf jeden Fall die Wertigkeit des Hauses“.
Und anders ginge es auch gar nicht mehr, denn das deutsche Gesundheitssystem befindet sich personell seit Jahren im Krisenmodus. Die Rolle ausländischer Fachkräfte ist dabei inzwischen zentral geworden – ohne sie würden viele Bereiche deutlich schlechter funktionieren. „Es gibt Personalschlüssel. Wir brauchen diese helfenden Hände“, sagt der Krankenhaus-Chef, der 2008 aus Berlin nach Magdeburg gekommen ist. „Das Klinikum verfügt über ein spezielles Integrations-Management-Team, das internationale Pflegekräfte und Ärzte unterstützt, vor allem beim Anerkennungsverfahren, den administrativen Prozessen rund um die Einreise und auch bei entsprechenden Qualifizierungsmaßnahmen.“
Bittet man Ioannis Valikeserlis, seine neue Heimatstadt Magdeburg in einem Satz zu charakterisieren, so hört man den Assistenzarzt am Städtischen Klinikum sagen: „Kurze Wege, viel Grün, keine Hektik.“ Der Mediziner lebt seit Oktober 2020 in Deutschland. Nach einer ersten beruflichen Station in Bayern kam er 2023 nach Magdeburg und ist inzwischen fachlich, kulturell und sozial voll integriert. Geboren in der griechischen Hafenstadt Thessaloniki, schätzt er die Kompaktheit und die Gemütlichkeit von Magdeburg, wo er seit Anfang 2026 ein Haus besitzt. „Ich habe meine Frau in Magdeburg geheiratet. Als wir zusammen hergekommen sind, war sie meine Freundin. Sie ist Ärztin in der Uniklinik und ich kann sagen, wir haben eine gute Zeit. Ich sehe mich hier langfristig.“ Viele seiner Kolleginnen und Kollegen kommen aus einem anderem Land, erzählt Ioannis Valikeserlis. „Es ist mir leichtgefallen, Fuß zu fassen, was eindeutig an all diesen Menschen liegt.“
Auch Foued Hajji betitelt Magdeburg aus vollster Überzeugung seit einigen Jahren als seine Heimatstadt. „Ich habe große Städte wie Düsseldorf, Frankfurt am Main oder Dortmund kennengelernt. Sie sind unruhig. Magdeburg gefällt mir viel besser, deswegen bin ich hiergeblieben.“ Foued Hajji hat sich in seinem Heimatland Tunesien als Krankenpfleger ausbilden lassen und kommt mit einer fünfjährigen Berufserfahrung im Gepäck ans Klinikum Magdeburg. Flexülen legen, Blut abnehmen, EKGs schreiben – Foued Hajji geht in seinem Job voll auf, obwohl sein Aufgabengebiet kleiner ist als in Tunesien. „Anfang 2026 wurde meine Tochter geboren“, sagt der Krankenpfleger. „Sie ist eine echte Magdeburgerin. Und wenn ich mit dem Kinderwagen an der Elbe langgehen kann, bedeutet das für mich Ruhe und Entspannung.“ Integration führt für den gebürtigen Tunesier vor allem über die Sprache. „Das hat auch was mit Respekt zu tun. Ich versuche immer, auf Deutsch zu denken.“
„Das Klinikum Magdeburg ist ein gutes Beispiel, wie gut in der Gesellschaft Integration gelingen kann. Bei uns wird Weltoffenheit jeden Tag gelebt“, erklärt Willi Lamp.