Integration beginnt bei jedem selbst

Dr. Hana Alasad

 

Als Dr. Hana Alasad nach Deutschland kam, begann für sie ein neuer Lebensabschnitt – geprägt von Neugier, etwas Unsicherheit und einem klaren Ziel.

Die gebürtige Jordanierin, mit jordanisch-palästinensischen Wurzeln, erhält ein DAAD-Stipendium und reist zunächst für einen Sprachkurs nach Münster. Es folgen zwei Jahre Masterstudium in Hannover, bevor es sie Ende 2016 beruflich und privat nach Magdeburg zieht. „Am Anfang war es wirklich nicht einfach“, erzählt sie rückblickend. Die Sprache war eine Hürde und das Ankommen ein Prozess. Doch Dr. Alasad ist geblieben, hat viel gelernt und neue Kontakte geknüpft. Heute sagt sie mit Überzeugung: „Magdeburg ist meine zweite Heimat. Ich bin hier zu Hause.“

Ihr beruflicher Weg ist ein gutes Beispiel für Zielstrebigkeit und zeigt ihre Entschlossenheit. Schon während des Studiums wusste sie, wo sie hinwollte: zum ifak, dem Magdeburger Institut für Automation und Kommunikation.

Der erste Versuch für ein Praktikum führt sie aus pragmatischen Gründen zunächst zu den Stadtwerken Magdeburg, doch sie verliert ihr Ziel nicht aus den Augen. „Ich habe immer gesagt: Ich möchte unbedingt dort arbeiten.“ Mit viel Beharrlichkeit gelingt ihr der Einstieg am ifak. „Ich war sehr pushy“, sagt sie mit einem Lächeln. Und so bekommt sie erst eine Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft und später eine Festanstellung.

Mittlerweile forscht sie seit sieben Jahren am Magdeburger Institut im Bereich Wasser- und Umwelttechnik. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Modellierung und Simulation von Abwassersystemen sowie der Entfernung von Spurenstoffen in Kläranlagen. Eine sehr anspruchsvolle und komplexe Thematik, die sie bewusst gewählt hat: „Ich liebe Herausforderungen.“

Parallel dazu hat sie ihre Promotion abgeschlossen und sich weiter entwickelt – fachlich wie persönlich. Ein Meilenstein, den sie nur dank eines großen Netzwerks erreichen konnte. „Ohne Unterstützung hätte ich das nicht geschafft“, sagt sie mit Blick auf ihre Familie sowie die Kolleginnen und Kollegen, die sie auf dem Weg begleitet haben.

Über ihre eigentliche Arbeit hinaus engagiert sie sich auch noch als Gleichstellungsbeauftragte und vernetzt so verschiedene Institute aus Wissenschaft und Forschung in Magdeburg. Für sie steht fest: „Die Forschung hier ist stark und nicht weniger als in den großen Städten.

Auch privat hat sie in Magdeburg Wurzeln geschlagen. Gemeinsam mit ihrem Mann, der als Oberarzt tätig ist, und ihren zwei in Magdeburg geborenen Töchtern hat sie sich ein Zuhause aufgebaut. „Wir haben hier fast bei null angefangen und sind sehr zufrieden mit unserer Entwicklung.“ Besonders die Ruhe, die Familienfreundlichkeit und die bezahlbaren Lebensbedingungen schätzt sie an der Stadt.

Magdeburg hat sich in den letzten Jahren spürbar gewandelt, findet sie. Die Stadt wächst und verändert sich – baulich, gesellschaftlich und wissenschaftlich: „Die Stadt geht in die richtige Richtung und hat noch viel Potential.“

Gleichzeitig hat sie gelernt, dass Integration mehr ist als nur Ankommen. Integration ist kein Selbstläufer, sondern eine Aufgabe. „Am Anfang habe ich in einer Blase gelebt“, sagt sie selbstkritisch. Der entscheidende Schritt sei gewesen, aktiv auf Menschen zuzugehen, die Sprache zu lernen und sich auf das Leben vor Ort einzulassen. Heute hat sie viele Freundschaften geknüpft und fühlt sich als Teil der Stadtgesellschaft.

Offenheit auf beiden Seiten ist für sie der Schlüssel für gelingende Integration: „Jeder bringt etwas anderes mit. Diese Mischung macht den Unterschied.“ Für Dr. Hana Alasad ist Integration kein abstrakter Begriff, sondern persönliche Erfahrung. Ihr Fazit bringt sie auf den Punkt: „Es liegt nicht an Magdeburg oder an der Stadt, ob wir uns wohlfühlen und ankommen – es liegt an uns selbst.“ Sie ist auf alle Fälle angekommen und möchte auch nicht wieder gehen.