Offenheit als grundlegendes Erfolgsprinzip

Dr. Carsten Transfeld

 

Weltoffenheit ist für Dr. Carsten Transfeld kein Schlagwort, sondern Teil einer Haltung, die seine Sicht auf Unternehmen, Stadt und Gesellschaft prägt. Als Vorstandsvorsitzender der ÖHMI AG erlebt er täglich, wie sehr Fortschritt von Menschen lebt, die unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und Lebenswege mitbringen. Vielfalt ist für ihn daher kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung für Entwicklung.

Diese Internationalität zeigt sich nicht nur in Geschäftsbeziehungen, sondern auch in den Menschen, die bei ÖHMI arbeiten. Rund zehn Prozent der Beschäftigten stammen aus anderen Ländern. Sie kommen unter anderem aus Bulgarien, Indien, Syrien, Iran, der Ukraine, Rumänien, Serbien, Kamerun oder Mali. Manche arbeiten im Labor oder anderen technischen Bereichen, andere im Garten- und Landschaftsbau oder in der Verwaltung.

Für Transfeld ist dabei nicht die Herkunft entscheidend, sondern die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und sich einzubringen: „Bei uns gilt nicht das Prinzip der Zugehörigkeit, sondern das Leistungsprinzip. Wer anpacken will, kann anpacken. Dann sind Herkunft, Alter und auch der akademische Grad egal.“

Diese Haltung beschreibt er als Teil einer offenen Unternehmenskultur. Wobei Offenheit für ihn nicht nur kulturelle Vielfalt bedeutet, sondern die Möglichkeit jedes Einzelnen, sich unabhängig von Herkunft, Bildungsweg oder Lebenslauf zu entwickeln.

Internationale Fachkräfte sieht er dabei nicht als kurzfristige Lösung für den Arbeitskräftemangel, sondern als unverzichtbaren Teil der wirtschaftlichen Zukunft. „Gerade in einer alternden Gesellschaft sind sie ein entscheidender Erfolgsfaktor“, sagt er. „Wir brauchen Leute von außen. Und wir brauchen vor allem hoch motivierte Leute.“

Um diese engagierten Arbeitskräfte zu gewinnen, müssen die Rahmenbedingungen passen. Dazu gehören vor allem Teilhabe, Entwicklungsmöglichkeiten und eine echte Willkommenskultur. Hier sieht Transfeld noch Potential. Gemeint sind damit nicht nur die bürokratischen Hürden, die internationale Beschäftigte häufig erleben, sondern auch die Frage, wie wir mit ihnen umgehen und welchen Raum wir ihnen geben.

Auch die Erfolgsgeschichte der ÖHMI führt er nicht zuletzt darauf zurück, dass Menschen Verantwortung übernehmen und eigene Ideen einbringen. „Ich glaube, wir haben die Formel für eine erfolgreiche Entwicklung gefunden, indem wir auf Leistungsbereitschaft, Partizipation, Offenheit und Entwicklungsmöglichkeiten der Mitarbeiter setzen“, ist er überzeugt. „Nur wenn jeder Einzelne besser wird, wird auch das Ganze besser.“

Dieser Ansatz lässt sich aus seiner Sicht gleichermaßen auf Unternehmen wie auf Städte übertragen. Für ihn liegt die Zukunft nicht in Gleichförmigkeit, sondern in Vielfalt. Nicht im Festhalten am Bekannten, sondern in der Bereitschaft, Neues zuzulassen. Denn eine starke Stadt entsteht für ihn genauso wie ein erfolgreiches Unternehmen durch Menschen, die Freiräume erhalten, um ihre Fähigkeiten einbringen zu können, und die gemeinsam an etwas Größerem arbeiten: „Wenn wir viele starke Individuen gewinnen und ihnen die Möglichkeit geben, sich zu entfalten, dann wird auch die Gemeinschaft stark.“

Magdeburg sieht er dabei auf einem guten Weg, internationaler, vielfältiger und offener zu werden. Gleichzeitig plädiert er dafür, diesen Wandel aktiv weiter zu gestalten. „Es geht um Offenheit für Neues, um Engagement und Innovationswillen“, betont er. „Wenn wir das fördern und keinen Einheitsbrei fahren, dann werden wir diesen Weg erfolgreich weitergehen.“

Weltoffenheit ist für ihn daher kein Zustand, den man irgendwann erreicht hat, sondern ein fortlaufender Prozess – getragen von Neugier, Mut und dem Vertrauen darauf, dass Vielfalt eine Stärke ist. Genau darin liegt für Dr. Carsten Transfeld die Chance Magdeburgs: eine Stadt zu sein, die Menschen aus aller Welt nicht nur willkommen heißt, sondern ihnen ermöglicht, Teil ihrer Zukunft zu werden.